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Manroland will in Augsburg die komplette Fertigung und deren Beschäftigte in eine eigene Gesellschaft ausgliedern. Betroffen sind etwa 300 Beschäftigte. Nach dem Gesetz können die Betroffenen diesem Übergang ihres Arbeitsverhältnisses auf die neue Produktionsgesellschaft widersprechen.

Betriebsrat und IG Metall versuchten in den vergangenen Tagen, in einem Spitzengespräch unter Beteiligung des Vorstandsvorsitzenden des Gesellschafters Possehl, Herrn Uwe Lüders, Verbesserungen für die Beschäftigten zu erzielen. Hier ging es insbesondere um die Themen Beschäftigungssicherung, Gemeinsamer Betrieb, Kapitalausstattung und Investitionen.

Leider konnten in den Gesprächen keine substantiellen Verbesserungen der einseitig vom Unternehmer versprochenen, aus Sicht der IG Metall jedoch unzureichenden Zusagen erzielt werden. Ein letzter Versuch, eine Verständigung mit dem Gesellschafter in Person des Vorstandsvorsitzenden zu erzielen, wurde am Mittwochabend abgelehnt.

Nachdem die Frist für den Widerspruch gegen den Betriebsübergang spätestens am kommenden Dienstag endet, haben heute die ersten Beschäftigten ein Widerspruchsschreiben abgegeben. Diese Beschäftigten wurden von manroland mit sofortiger Wirkung von ihrer Arbeit freigestellt.

Michael Leppek, Geschäftsführer der IG Metall Augsburg: »Die Freistellungen kamen für die Betroffenen, aber auch für Betriebsrat und IG Metall völlig überraschend und waren vorher nicht angekündigt worden.« Leppek ist »völlig enttäuscht«, dass Possehl und manroland zu keinen besseren Zusagen für die Beschäftigten bereit waren. »Wenn man an sein Vorhaben glaubt, muss man doch auch belastbare Sicherheiten bieten«, so Leppek. Eine Ausgliederung ohne zuvor abgeschlossene Verhandlungen mit dem Betriebsrat nennt Leppek »einen einmaligen Vorgang«.

»Stinksauer« ist Leppek darüber, dass man die Beschäftigten die widersprechen, einfach von ihrer Arbeit trennt, »ohne Rücksicht auf die Menschen und das Geschäft«. Offenbar wolle man so weitere Widersprüche verhindern und ein Klima der Angst erzeugen. »Wir werden den betroffenen Mitgliedern Rechtsschutz geben«, so Leppek. Er fordert den Unternehmer auf, die Betroffenen weiter zu beschäftigten und die Beschäftigten nicht weiter mit Freistellungen einzuschüchtern.

Quelle: IG Metall Augsburg / RedGlobe

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