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SDAJ in AktionIm Rahmen der bundesweiten Kampagne »Unsere Zukunft statt eure Profite« rückten Mitglieder der SDAJ Augsburg am vergangenen Samstag, 20. September 2014, in der Augsburger Innenstadt der Zeitarbeitsfirma »Helmes« auf die Pelle, die schon in der Vergangenheit immer wieder wegen schlechter Arbeitsbedingungen aufgefallen war. Betroffene berichten: »Als Leiharbeiter der Firma Helmes hat man mit verschiedenen Faktoren zu kämpfen. Meist trifft man schon zu Beginn des Arbeitsverhältnisses auf unfreundliches Helmes-Personal im Büro – den Mitarbeitern dort wird jegliche Kommunikation untereinander untersagt, sofern sich diese nicht um geschäftliche Dinge dreht. Wenn der Leiharbeiter seinen Lohn erhalten will, der erst irgendwann Mitte des nächsten Monats ausgezahlt wird, geht die Schikane weiter. Oft wird zu wenig ausgezahlt und es muss um jeden Cent gekämpft und diskutiert werden, in den meisten Fällen erfolglos. Das Personal wehrt sich mit fahrigen Ausreden, mit denen sich der Leiharbeiter dann abfinden muss.«

Auch im Einsatzbetrieb seien die Umstände nicht besser, berichteten Beschäftigte. »Jeden Tag fürchten die Menschen, ihren Arbeitsplatz grundlos zu verlieren. Es kommt häufig vor, dass sich Mitarbeiter krank in die Arbeit schleppen, denn Kündigungen wegen krankheitsbedingter Fehltage sind keine Seltenheit. Da reicht es schon, eine Woche mit Grippe flach zu liegen, und der Job ist weg.«

Den permanenten Druck und die Angst um den Job spürt man auch am Arbeitsplatz. »Die Arbeiter trauen sich nicht, auf ihre Rechte hinzuweisen, und lassen sich Tag für Tag vom Chef erniedrigen und beleidigen. Mindestens einmal pro Woche redet der Chef in der Besprechung von anstehenden Kündigungen und macht den Arbeitern Druck. Zum Betriebsrat können wir nicht gehen, weil der für uns nicht zuständig ist«, erzählt Anna, die für den Helmes Personalservice bei Fujitsu in Augsburg arbeitet.

Schon diese wenigen Beispiele zeigen nach Ansicht der SDAJ, wie unmenschlich Leiharbeit  ist. »Sie macht den Mensch zu einer Ware, die nach Belieben hin- und hergereicht und ausgebeutet werden kann. Mit unserem Outing wollten wir auf diese schlechten Zustände aufmerksam machen. Das ist uns auch recht gut gelungen.«

Als Blickfang für die Passanten bauten die SDAJler ein »Glücksrad« auf, das den Arbeitsmarkt für einen Leiharbeiter simulieren sollte. Auf Flyern wurde über die Missstände aufgeklärt und so vor der Helmes-Filiale für Stimmung gesorgt. Viele Passanten zeigten sich interessiert und ließen sich auf Diskussionen ein. Auch einige Leiharbeiter, die für das Unternehmen arbeiten, blieben stehen und erzählten von ihrem Betrieb und den dort herrschenden Bedingungen.

Die SDAJ kündigte an, die Outing-Aktion bald vor einem weiteren großen Betrieb in Augsburg zu wiederholen, denn Leiharbeit gehöre verboten. »Das wollen wir mit unseren Aktionen anhand von konkreten Beispielen aufzeigen. Sie sorgt für eine systematische Untergrabung der Tarife, der Betrieblichen Mitbestimmung und des Kündigungsschutzes.«

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