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Kundgebung bei Regenwetter

Nach wochenlangem Sommerwetter brach pünktlich zur Kundgebung am Antikriegstag der Regen über Augsburg herein. Trotzdem versammelten sich am Dienstag immerhin rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Königsplatz, um an den 76. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen und damit des Beginns des Zweiten Weltkriegs zu erinnern. »Statt daraus Lehren zu ziehen, sind wir Tag für Tag mit Kriegen konfrontiert. Das Leiden von Millionen Menschen auf allen Kontinenten nimmt zu und Deutschland trifft hierbei eine nicht zu unterschätzende Schuld - als drittgrößter Waffenexporteur und der Berufsarmee Bundeswehr als Interventionsarmee,« hieß es dazu im Aufruf.

Die DKP beteiligte sich an der antifaschistischen Demonstration in Augsburg

Naziaufmärsche scheinen bei zu großer Hitze einzulaufen. Gerade einmal zunächst sechs und am Ende elf Neofaschisten kamen am Samstag in Augsburg zu einer großspurig angekündigten »Lesung« aus Anlass des Augsburger Friedensfestes zusammen. Ihnen standen nicht weniger als 800 Menschen gegenüber, die sich an einer vom Bündnis für Menschenwürde unter dem Motto »Augsburg ist bunt« angemeldeten Gegenkundgebung beteiligten. Zu sehen waren Fahnen und Transparente von ver.di, DFG-VK, VVN-Bund der Antifaschisten, DKP, SDAJ, Grünen, SPD und anderen. Aus der Türkei stammende Einwohner der Fuggerstadt beteiligten sich ebenso wie Bürgermeisterin Eva Weber, Kirchenvertreter und Stadträte.

Naziaufmärsche stoppen!

Am Samstag wollen Neofaschisten das Augsburger Friedensfest für ihre menschenverachtende Hetze missbrauchen. Wir rufen dazu auf, die Zusammenrottung des braunen Packs zu verhindern und unterstützen den Aufruf des Bündnisses für Menschenwürde zu einer Gegendemonstration am Sa., 8. August 2015, 12.30 Uhr, Rathausplatz. Keinen Fußbreit de Faschisten!

 

Nein zur FusionDie Ergebnisse des Bürgerentscheids am Sonntag in Augsburg sind eindeutig. Die Bürger Augsburgs lehnten eine Fusion mit der Thüga-Tochter Erdgas Schwaben ab. Während 72,2 Prozent den Vorschlag der Bürgerinitiative unterstützten, folgten nur 34,6 Prozent den Absichten der Fusionsbetreiber.

Vorschlag Stadtrat: 34,6 % Ja 65,4 % Nein
Vorschlag Initiative: 72,2 % Ja 27,8 % Nein
Stichfrage: Stadtrat 33,9 % Initiative 66,1 %
Wahlbeteiligung: 45.221 Teilnehmer (21,7 %)

Die Bürgerinitiative »Augsburger Stadtwerke in Augsburger Bürgerhand« erklärt dazu: »Das ist ein großer Tag der Demokratie in Augsburg. Es ist ein Symbol für die Klugheit der Augsburger. Sie ließen sich nicht  durch die gewaltige Medien- und Propagandawelle der Fusionsbetreiber, die aus den Gebühren der Bevölkerung finanziert wurde, irritieren. Die Abstimmung ist ein eindeutiges Votum dafür, dass die Daseinsvorsorge der Stadt in den Händen der Bürger bleiben muss. Sie muss dem Gemeinwohl dienen und nicht den Profitinteressen von Konzernen unterworfen werden.

Streikende am Donnerstag in Augsburg

Einen neuen Höhepunkt im Kampf um existenzsichernde Arbeitsbedingungen bei Amazon und im stationären Handel setzte eine gemeinsame Aktion der Streikenden in Augsburg. Dort trafen sich Streikende aus den Betrieben Kaufland, Marktkauf, real-, Edeka, Esprit, H&M, Obi, Dehner Gartencenter und Modehaus Wöhrl in Bayern mit den Streikenden von Amazon Graben.

Symbolisches Grab auf dem Augsburger Rathausplatz

Mehrere Dutzend Menschen haben am Montag auf dem Augsburger Rathausplatz mit einem symbolischen Grab der an den Außengrenzen der EU getöteten Menschen gedacht. Sie griffen damit eine Aktion des »Zentrums für politische Schönheit« auf, das in der vergangenen Woche in Berlin mehrere Flüchtlinge zu Grabe getragen hatte. Am Sonntag hoben mehr als 5.000 Menschen auf dem Platz vor dem Reichstag in der Bundeshauptstadt mehrere symbolische Ruhestätten aus, obwohl Behörden und Polizei zuvor versucht hatten, die Aktion zu verhindern.

Auf nach Elmau!

Die Staats- und Regierungschefs der reichsten und mächtigsten Staaten der Welt zu Gast in Deutschland: Anfang Juni tagen die G7 im bayerischen Luxushotel Schloss Elmau. Die schwarz-rote Bundesregierung unterstreicht die Bedeutung dieses Treffens, in dem sie verkündet, die G7-Staaten hätten eine »besondere Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft unserer Erde«.
Wie diese Gestaltung aussieht erleben wir tagtäglich. Sozialabbau und Krisenabwälzungen auf dem Rücken der arbeitenden Menschen, Verzögerung des Renteneintrittsalters und Abbau der Sozialsysteme, Krieg und Militarisierung, Überwachung und Einschränkung demokratischer Rechte, Zerstörung der Umwelt und Tausende tote Flüchtlinge im Mittelmeer.

Befreiungsdemonstration in Augsburg

Rund 200 Menschen haben sich am Samstag in Augsburg auch von regnerischem Wetter nicht davon abhalten lassen, am 70. Jahrestag des Sieges über den Faschismus unter dem Motto »Wer nicht feiert, hat verloren« auf die Straße zu gehen. Unter den Demonstrationsteilnehmern waren auch viele Augsburger russischer Herkunft, die mit Fotos und Bildern an die Heldentaten der Roten Armee im Kampf gegen Hitlerdeutschland erinnerten.

Menschenkette für die Aufwertung der sozialen Arbeit

Die Beschäftigten in den sozialen Berufen arbeiten bei unterschiedlichsten Arbeitgebern. Im Öffentlichen Dienst, bei der Diakonie oder Caritas, bei der Arbeiterwohlfahrt oder dem Bayerischen Roten Kreuz. Oder in kleinen Elterninitiativen und sozialen Projekten. Überall ist anders geregelt, was die Beschäftigten verdienen – und überall ist es zu wenig. Und gerade weil die Regelungen so unterschiedlich sind, ist  es nicht einfach, für alle eine Verbesserung zu erreichen. Trotzdem ist es möglich.

Befreier - Plakat der VVN-BdAAm 28. April 1945 marschierte das US-Militär in Augsburg ein. Die Stadt wurde, entgegen dem Willen fanatischer Nazis, nicht verteidigt. In den letzten Tagen des Krieges hatte sich hier eine »Freiheitsbewegung« gebildet, die eine weitere Zerstörung Augsburgs verhindern wollte. Wären die Amerikaner gezwungen gewesen, Augsburg zu stürmen, hätten sie dies mit aller Gewalt getan: Bombenteppiche, Trommelfeuer der Artillerie, Tiefflieger... »Wegen Augsburg hätten wir keinen einzigen Soldaten geopfert«, hatte ein US-Offizier dem Arzt Dr. Rudolf Lang gedroht, der mit den anrückenden Befreiern über eine Übergabe der Stadt verhandelte. Schließlich zeigten Angehörige der in der zweiten Aprilhälfte unter dem Schutz kirchlicher Einrichtungen gebildeten Gruppe den Amerikanern den Weg nach Augsburg.

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